RÜckblick    Ausstellungen    Jahr 2011  

Meissel - Griffel - Feder

ie Sonderausstellung vom 27. März bis 30. Oktober 2011 im Römermuseum Stettfeld befasste sich anhand von vielen Beispielen und Aktionen mit der für die Beherrschung des riesigen Reiches unverzichtbaren Schreibtechnik der Römer. Die Römer verbreiteten die Schrift in Europa und führten Lebensbedingungen ein, durch die ein maßgeblicher Teil der Bevölkerung alphabetisiert und die Schrift zu einem alltäglichen Kommunikationsmittel wurde. In fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens spielte die Schrift im Römischen Reich eine große Rolle, Insbesondere die römische Armee ist ohne Schrift nicht denkbar. Auch der einfache Bürger traf im öffentlichen und privaten Leben ständig auf die Schrift. Geläufig lesen und schreiben konnten zwar nach verbreiteter Schätzung weniger als 20 Prozent der Bevölkerung, darunter mehr Männer als Frauen. Auch weniger Schriftkundige sahen allerorts Inschriften, nahmen Bekanntmachungen und Ankündigungen jeder Art zur Kenntnis, erhielten Quittungen für bezahlte Steuern konnten schriftliche Verträge schließen, Briefe senden und empfangen, in Tempeln Gelübde niederlegen.

Anhand eigener Exponate und mit Ausstellungsstücken des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz sowie der Unterstützung privater Leihgeber zeigte die Ausstellung die verschiedenen Schreibtechniken und die dafür verwendeten Materialien. Außerdem bot sie dem Besucher der Ausstellung die Möglichkeit, die verschiedenen Schreibtechniken zu erproben, so das Ritzen von Schriftzeichen in eine Wachstafel und das Beschreiben eines Papyrus mit Feder und Tinte. Darüber hinaus konnte er sich von der Geschichte der Schrift über die Entstehung bedeutender Werke römischer Literatur bis hin zur Erfindung der ersten Kurzschrift ausgiebig informieren.

Idee sowie Gestaltung und Durchführung der Ausstellung lagen in der Verantwortung des Freundeskreises Römermuseum Stettfeld, der erneut von Dr. Peter Knötzele wissenschaftlich betreut wurde.