RÜckblick    Berichte 2016    01.02.2016  

Lebenslustige Genussmenschen vs. Militärmacht - Die Etrusker und Rom

inen hervorragenden Überblick auf dem neuesten Forschungsstand über das in mancher Hinsicht noch „geheimnisvolle“ Volk der Etrusker erhielten knapp 70 begeisterte Besucher am 01.02.2016 bei einer Gemeinschaftsveranstaltung des Freundeskreises Römermuseum Stettfeld und des Bildungswerks der Seelsorgeeinheit Ubstadt-Weiher. Frau M.A. Susanne Erbelding vom Landesmuseum Karlsruhe berichtete in einem reichbebilderten Vortrag über alle wesentlichen Gesichtspunkte der Etrusker, deren Siedlungsgebiet ab dem 4. Jh. v. Chr. von den Römern militärisch annektiert wurde. Den Schlußpunkt der militärischen und kulturellen Integration (Romanisierung) bildete die Bürgerrechtsverleihung im frühen 1. Jh. v. Chr. Doch auch die etruskische Zivilisation strahlte in vielen Bereichen auf die Römer aus. Das Rom der Königszeit im 7./6. Jh. v. Chr. war eine Metropole unter etruskischer Herrschaft, in Republik und Kaiserreich gehörten die Adelsgeschlechter Etruriens zur sozialen Elite des Staates. Etruskische Wassertunnel gelten als Vorläufer römischer Leitungs- und Kanalisationssysteme. Aus dem etruskischen Hofhaus entwickelte sich die römische Domus mit Atrium. Bezüglich der Religion übernahmen die Römer wichtige Kultrituale von ihren Nachbarn, z. B. die Blitzdeutung oder Eingeweideschau als Form des Dialogs mit dem Göttlichen. Nicht zuletzt hat auch die "Nationaltracht" des römischen Bürgers, die Toga, ihre Vorform in einem etruskischen Mäntelchen, der Tebenna. Somit verdanken die Etrusker dem Zusammentreffen mit Rom beides: ihren Untergang sowie die Vermittlung bzw. das Fortwirken ihrer kulturellen Leistungen und Traditionen bis in die Gegenwart.