RÜckblick    Berichte 2017    06.04.2017  

Technik der Römer „zum Anfassen"

m 6. April 2017 führte unser Mitglied, Lothar Weis, die Zuhörerschar in die weit entwickelte Technik der Römer ein. Erläutert wurde diese am Beispiel des Fuciner Sees: selbiger, mit einer ursprünglichen Oberfläche von 155 km² größte See Mittelitaliens, hatte keinen natürlichen Abfluß, was zu starken Seespiegelschwankungen und damit verbundenen Hochwässern führte. Aus diesem Grunde ließ Kaiser Claudius in elfjähriger Bauzeit von 41-52 nach Christus und mit bis zu 30.000 Arbeitern im Lichtschachtverfahren einen 5,6 Kilometer langen Entwässerungstunnel unter dem Monte Salvianograben, der den See auf eine Größe von 57 km² zusammenschrumpfen ließ. Die Vermessung des Tunnels erfolgte mit dem Chorobat, einem Nivelliergerät mit Richtschnüren und Setzwaagen durch Staffelmessung. Damit die Praxis nicht zu kurz kam, erklärte Lothar Weis an zahlreichen Modellen und unter tatkräftiger Einbeziehung des Publikums, nach welchem Prinzip die jeweiligen Maschinen und technischen Hilfsmittel funktionierten. Neben den schon erwähnten Messgeräten, waren dies Doppeldruckpumpe, Laufrad, Flaschenzug, Halbkreisbogen und eine Seilerbahn, welche Schnüre zu einem stabilen Seil verdrillte. Und wer wollte, konnte noch mit einem Katapult die Wurftechnik der Römer „scharf“ nachvollziehen. Dass die Römer bei ihrem Teilentwässerungsprojekt äußerst durchdacht vorgingen, zeigte Herr Weis am Schluß des Vortrages: so wurde bei der totalen Entwässerung des Sees 1875 zwar noch einmal eine Menge fruchtbaren Ackerlandes gewonnen – das ausgleichende Seeklima aber war endgültig dahin – und mit ihm zahlreiche temperaturempfindliche Gewächse.