+++ Hinweis +++ Verlängerung - Die PLAYMOBIL-Sonderausstellung - Ein Lächeln zu Gast - kann im Römermuseum Stettfeld noch bis 30. April 2019 besucht und entdeckt werden +++

  RÜckblick    Berichte 2018    15.11.2018  

Ein Lob auf den Hintern... Hinter(n)gründige Gedanken und Bilder zur Kunst- und Kulturgeschichte eines markanten Körperteils...

m 15.11. hielt vor über 30 Zuhörern Herr Prof. Josef Walch aus Reilingen einen Vortrag, der alleine schon durch seinen Titel „Ein Lob auf den Hintern... Hinter(n)gründige Gedanken und Bilder zur Kunst- und Kulturgeschichte eines markanten Körperteils...“ lockte.

Dabei war es erstaunlich, wie viele Künstler, Musiker und Wissenschaftler sich mehr oder weniger direkt mit unserer „Sitzfläche“ beschäftigten. Angefangen bei unseren Vorfahren aus der Altsteinzeit, die die berühmte Figur der Venus von Willendorf mit einem prallen Fettsteißgesäß schufen, über die Darstellungen der drei antiken Grazien, die wiederum die Maler der Renaissance wie Raffael und Lucas Cranach den Älteren inspirierten, bis hin zu den barocken Formen eines Rubens.

Vom Reformator Luther stammt der Spruch, dass aus einem traurigen „Gesäß“ kein fröhlicher Furz stammen könne und auch das Zitat des Götz von Berlichingen war nahezu allen Anwesenden bekannt. Der Kanon von Mozart „Leck mich im A….“, der vom Vortragenden sogar vertont präsentiert wurde, war trotz des gewagten Titels durchaus angenehm anzuhören. Überhaupt, die Sprüche: „Jemanden in den Allerwertesten kriechen“, „am A…sein“ - oder der unvergessene Satz Joschka Fischers an den Bundestagspräsidenten: „Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein A….“.

Auch auf Postkarten tauchte unsere Kehrseite auf: auf patriotischen wilhelminischen Postkarten wurde dem Feind (meist Engländer, Franzose oder Russe) der nackte Hintern versohlt und erotische Karten präsentierten fein drapierte Kehrseiten für den geneigten Empfänger. Die letzte Entwicklung ist dann die Künstlerkarte, bzw. die hochwertige Aktfotografie – repräsentiert durch Namen wie Klaus Staeck oder Man Ray.

Es gab noch viele weitere Gebiete, die sich mit dem Hintern beschäftigten: Die Mode, die diesen mit Stoffteilen extra betonte oder ihn einfach unbedeckt ließ; die in Deutschland wohl berühmteste Form der Tätowierung, das A…-Geweih oder auch die Werbung, die das wohl geformte Hinterteil als Blickfang nutzt. Der Referent hätte seinen Vortrag durchaus noch um die doppelte Zeit ausdehnen können, um alle Themen zu behandeln, die mit dem Vortragstitel in Verbindung zu bringen sind. Beeindruckt von der enormen Wichtigkeit eines Körperteils, welches sein Dasein doch eher auf der Schattenseite des Lebens fristet, konnten die Zuhörer schließlich den sicherlich nicht am „anus mundi“ gelegenen Vortragsort mit vielen neuen Informationen und Erkenntnissen verlassen.