RÜckblick    Berichte 2014    18.12.2014  

Zwischen Republik und Monarchie - Der Tod des Augustus und das schwere Erbe des Tiberius

Referent Dr. Hilmar Klinkott, Privatdozent Universität Heidelberg

um 2000. Mal hat sich im August 2014 der Tod des Augustus, des wohl berühmtesten römischen "Kaisers" gejährt. Wenn auch dieses Ereignis heutzutage mit dem Beginn der römischen Kaiserzeit verbunden wird, so ist doch wenig bewußt, wie prekär die politische Lage in Rom und im Imperium Romanum beim Regierungswechsel von Augustus zu Tiberius war. Augustus hatte im Grunde nicht in gewünschter Weise eine Vererbung seiner monarchischen Stellung in Rom bewerkstelligen können. Ausgerechnet der ungeliebte Stiefsohn Tiberius trat nun seine Nachfolge an – freilich eine Nachfolge, die weder im Procedere noch in der institutionellen Zuordnung definiert oder festgelegt war. Kein Wunder, dass Tiberius versuchte, eine stärkere Rückkehr zur republikanischen Ordnung zu befürworten. Und doch war er es, der die Grundlagen für ein institutionalisiertes Prinzipat, ein fest etabliertes römisches Kaisertum mit seinem Regierungsantritt legte. Dabei hatte er mit den größten Widerständen in der römischen Bevölkerung, mit Meutereien in Pannonien und Erhebungen bei den Rheinlegionen in Germanien zu kämpfen. Der Bestand der monarchischen Herrschaft war seit dem Tod Caesars wohl nie so sehr in Gefahr gewesen.

Der Referent schilderte diese für das beginnende Prinzipat kritische Situation ausführlich und souverän, ohne in die oft anzutreffende einseitige negative Bewertung der Regierungszeit des Tiberius zu verfallen. Etwa 40 Zuhörer bedankten sich für diesen interessanten Vortrag mit anhaltendem Beifall.