RÜckblick    Berichte 2013    19.11.2013  

Waren die Römer gute Chemiker?

uch die Römer bedienten sich bewusst chemischer Vorgänge, von denen Prof. Werner Weisweiler aus Remchingen einige am Dienstag, dem 19.11.2013 hinterfragte. Der Vortrag griff jedoch zeitlich bis zu den Sumerern zurück, von denen die älteste Aufzeichnung einer chemischen Reaktion – nämlich ein Schmierseifenrezept - erhalten ist. Die Zuhörer erfuhren, wie in der Millionenstadt Rom und in der Provinz mit seltsam anmutenden Mitteln Körperpflege und Kosmetik, das Waschen von Kleidern oder das Süßen von Speisen und Wein betrieben wurde. Hinsichtlich des Waschens befasste sich der Vortrag mit einem äußerst begehrten Rohstoff der Antike, nämlich dem Urin. Der darin enthaltene Harnstoff diente den Römern als Grundlage zum Waschen der Wäsche; heute in synthetischer Form der Reinigung von Abgasen moderner Dieselmotoren. Die spannende Geschichte der Entwicklung von Toiletten, von Seife und Waschmitteln wurde konsequent bis in die Neuzeit verfolgt. Vielen ist nicht bewusst, dass lediglich in der heutigen Kernseife, nicht jedoch in der üblichen Toilettenseife noch echte Seife enthalten ist. Die vielseitige Verwendung von Blei, dem Plastik der Römer, führte zur schleichenden Vergiftung. Für raffinierte Morde zum Machterhalt ohne Blutvergießen bediente man sich des meistverwendeten Giftes der Antike, dem berüchtigten "Erbschaftspulver" Arsenik noch vor den vielfältigen pflanzlichen Toxinen, wie etwa Coniin oder Aconitin.

Der Referent gelangte vor rund 60 begeisterten Zuhörern zum Ergebnis, dass die Römer in den hier abgehandelten Bereichen keine guten Chemiker waren. So kannten sie die Seife nicht als Reinigungsmittel, sondern nur als Kosmetikum. Erst im 4. Jh. n. Chr. "erfanden" sie die Seife als solche.