RÜckblick    Berichte 2011    23.03.2011  

Eröffnung der Sonderausstellung: Meissel - Griffel - Feder, Schreiben im Römischen Reich

er Freundeskreis Römermuseum Stettfeld präsentierte am 23.03.2011 eine interessante, interaktive Sonderausstellung, Dauer 27.03 - 31.07.2011, über einen spannenden Bereich antiken Lebens.

Der Vorsitzende des Freundeskreises, Michael Schimmelpfennig, hob die Bedeutung einer solchen Ausstellung für die Attraktivität des Museums hervor und betonte, dass alles in Eigenregie erfolgte. Die wissenschaftliche Betreuung übernahm zum wiederholten Mal der Archäologe und Kenner des römischen Stettfeld, Dr. Peter Knötzele. Eigene Exponate, solche des Römisch-Germanischen Museums Mainz sowie private Leihgaben zeigen eine große Bandbreite des facettenreichen Themas.

In seinem Grußwort gab Bürgermeister Tony Löffler einen Überblick über die Entwicklung der Schrift von den Hieroglyphen über die Keilschrift bis hin zur Weiterentwicklung durch die Römer und die Bewahrung der Schreibkultur in den Klöstern.

Peter Knötzele führte anschließend anschaulich vor Augen, welche Bedeutung Schriftzeichen im täglichen Leben haben und bereits vor 1800 Jahren in Stettfeld hatten - vom Herstellerstempel auf dem Terra-Sigillata-Geschirr bis zur Gladiatorendarstellung auf dem Becher. Und selbst das Kleingedruckte sei keine Erfindung der Moderne, sondern ein Trick, der bereits in römischer Zeit angewendet wurde. Knötzele schlug einen Bogen zur modernen Kommunikation via Internet, die jedoch - nach der Fähigkeit zum Sprechen, der Erfindung der Schrift und des Buchdrucks - erst die vierte Entwicklungsstufe sei und überhaupt nur funktioniere, weil sie auf die Schrift zurückgreife. Die Erfindung der Schrift könne als eine der großen Kulturleistungen der Menschheit verstanden werden, so der Archäologe, mit der es möglich wird, Raum und Zeit zu überwinden. Er machte bewusst, dass die lateinische Schrift in römischer Zeit bereits eine Jahrtausend lange Entwicklung hinter sich hatte und durch die Erhaltung unterschiedlicher Schriftträger wie Stein, Bein, Metall oder Keramik, gestalte sie die Vergangenheit lebendig.

Solche Zeugen einer längst vergangenen Epoche sind bei einem Gang durch die beiden Etagen des Römermuseums zu sehen und wer möchte, kann selbst ausprobieren, wie es sich mit einem Stilus-Griffel auf einem Wachstäfelchen oder einem Federkiel auf Papyrus schreibt. So wie Bürgermeister Löffler, der als erster sein Grußwort mit Tinte auf einer Papyrusrolle, dem aktuellen "Gästebuch", hinterließ.