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Jahresausflug 2011

ach Glauberg und Aschaffenburg. 48 Römerfreunde starteten am 09.10.2011 in Stettfeld unter der bewährten Leitung von Michael Schimmelpfennig, um mit dem Bus bei doch noch gutem Ausflugswetter zunächst die Kelten in Glauberg zu besuchen. Unterwegs gab es zur Stärkung das obligatorische und wieder opulente Römerfrühstück, für das Familie Hess, Hembergers, Wolls und Richard Herzog hervorragend gesorgt haben.

Am Glauberg, einem Ausläufer des Vogelsberges, trafen wir auf ein erst jüngst errichtetes Museum, das im Mai dieses Jahres eröffnet wurde. Mitten in der schönen Landschaft stand da ein Betonklotz, der doch überraschend gut in seine Umgebung passte. Eine große Fensterfront ist direkt auf den rekonstruierten Grabhügel 1 gerichtet, der mit seinen wertvollen Funden aus der Keltenzeit um 500 v. Chr. der eigentliche Auslöser für den Bau des Museums war. Der Grabhügel mit 48m Durchmesser und etwa 6m Höhe war Anfang des 20. Jahrhunderts eingeebnet und landwirtschaftlich genutzt worden. Er geriet in Vergessenheit und wurde erst durch Zufall 1987 entdeckt und 1994 bis 1997 ausgegraben. Die Funde übertrafen alle Erwartungen: von Grabräubern unbehelligt fand man, dezentral angeordnet, zwei Gräber, die durch Beigabe von Waffen, wertvollem Goldschmuck und bronzenen Kannen als Fürstengräber identifiziert wurden. Eine zentral angeordnete Grabkammer war dagegen leer.

In einer umfangreichen Grabenanlage rund um den Hügel und zum Hügel hinführend fand man noch ein drittes Grab einer älteren Frau und eines Kleinkindes und eine lebensgroße Sandsteinstatue eines keltischen Würdenträgers, der nur die Füße fehlten. Auch weitere Bruchstücke von gleich aussehenden Statuen wurden gefunden. 1999 wurde ein weiterer unberaubter Fürstengrabhügel entdeckt, der halb so groß wie der Hügel 1 und ebenfalls völlig eingeebnet war.

Die Sandsteinstatue sorgt jetzt publikumswirksam als der Keltenfürst vom Glauberg für besondere Aufmerksamkeit und ist wie alle anderen Exponate im Original im Museum ausgestellt. Darüber hinaus bergen das Museum und der umgebende archäologische Park hochinteressante Einblicke in die Geschichte der Besiedlung des Glaubergs seit der Jungsteinzeit.

Das nächste Ziel unserer Fahrt war Aschaffenburg mit dem Schloss Johannisburg und dem Pompejanum. Während im Schloss aus dem 17. Jhdt. heute bedeutende Gemäldegalerien und andere museale Sehenswürdigkeiten zu finden sind – u. a. eine Sammlung von Modellen vornehmlich von Gebäuden des antiken Rom aus Kork – ist das benachbarte Pompejanum im 19. Jhdt. von Ludwig I von Bayern als idealtypische Rekonstruktion eines pompejanischen Bürgerhauses ebenfalls in bevorzugter Lage am Mainufer errichtet worden. Das Haus, im Innern reichhaltig mit Säulen und Wandmalereien verziert, zeigt die verschiedenen Lebensbereiche der römischen Bürger der gehobenen Schicht anhand von Nachahmung der architektonischen Besonderheiten garniert mit originalen Exponaten.

Ein angemessener Abschluss war die Einkehr in die Schlossweinstube Johannisberg.