Museum    Neugestaltung 2015/16  

Neugestaltung 2015/16

m Zuge der Neugestaltung des Römermuseums Stettfeld möchten wir Ihnen auf dieser Seite einen Überblick über die durchgeführten Arbeiten geben.

Erfolgreiche Auslagerung der Exponate

chneller als geplant gelangen Verpackung und Transport der 450 Exponate unseres Museums, die während der Dauer der Neugestaltung ins Fundarchiv des archäologischen Landesmuseums nach Rastatt ausgelagert werden. Nachdem Mitglieder des Freundeskreises unter tatkräftiger Mithilfe von Hausmeister Volker Heinz die Vitrinen geöffnet und die schweren Glasteile zum späteren Transport bereitgestellt hatten, wurden die Fundstücke unter Anleitung von Dr. Knötzele und Museumsgestalter Ege mit Unterstützung von Vereinsmitgliedern sorgfältig verpackt. Dabei war besonders darauf zu achten, dass die restaurierten Funde nicht erneut beschädigt wurden. Da die Arbeiten schneller als erwartet erledigt wurden, konnten Mitarbeiter des Bauhofes die kostbare Fracht in zwei Transporten unbeschädigt in Rastatt abliefern.

Bauhof im Grosseinsatz

o einst 450 römische Exponate den Besucher erfreuten, herrscht derzeit die große Leere. In einer aufwendigen Räumungsaktion haben Mitarbeiter des Bauhofs und Mitglieder des Freundeskreises die fristgerechte Entsorgung notwendiger Teile des Museums erledigt. Dabei leistete vor allem der Bauhof hervorragende Arbeit, gelang es ihm doch in nicht einmal zwei Tagen die brauchbaren Vitrinen in Gebäuden der Gemeinde zu überführen und dort fachmännisch wieder aufzubauen. Außerdem entsorgten sie mit großer Sorgfalt alle Holz- und Metallteile. Auch die Verlagerung der schwergewichtigen Steinmonumente innerhalb des Museums verlief reibungslos.

Eine wahre Herkulesarbeit

atsächlich stellten sich die Umstellung des echten Herkules innerhalb des Museums und die Beförderung der farbigen Replik in die Gefilde des Schöpfers Bruno Deutsch als eine solche Arbeit dar.

ur mit der uneigennützigen Unterstützung von Thomas Woll und Fahrzeugen aus dem Fuhrpark der Firma Woll war dieser Kraftakt zu leisten. Wie schon bei der Aufstellung der Skulptur im Museum anlässlich der Sonderausstellung im Jubiläumsjahr 2009 zog das Fahrzeug mit der Replik vor allem bei der Überquerung der B 3 die erstaunten Blicke von Passanten und Autofahrern auf sich. Ein herzliches Dankeschön gilt vor allem Thomas Woll, der die schwierige Aktion fachmännisch und umsichtig leitete.

Podeste für die Themenbereiche

achdem der über 30 Jahre alte PVC-Boden entfernt worden war, konnte die Schreinerei Ganninger beginnen, die in der Werkstatt gefertigten Podeste für die jeweiligen Themenbereiche einzubauen.

Der zukünftige Boden wird nicht vorab im gesamten Museumsbereich verlegt, sondern aus Kostengründen nach Fertigstellung der Installationen so verlegt, dass die Podestflächen ausgespart werden können.

Themenbereich Heiligtum

as Bild zeigt Museumsgestalter Ege vor dem Händler, der seine Waren im Vicus verkaufen will. Die Plastik wurde vom Tübinger Künstler Thomas Waldner geschaffen, der sich mit seinen Modellen aus Abfallkartonagen einen Namen gemacht hat. Durch derartige Darstellungen erhöht sich die Anschaulichkeit der Präsentation.

Im Hintergrund entsteht – die Umrahmung ist ebenfalls aus Karton - der Themenbereich „Heiligtum“, in dem die Weihesteine und die Skulptur des Herkules zu sehen sein werden.

Außerdem zeigt das Bild ein Muster des zukünftigen Straßenbelags (links von M. Ege), der dem des römischen Stettfeld entspricht, denn der hiesige Belag bestand nicht aus Platten, sondern aus Kies.

Einsatz neuer Medien

ährend in verschiedenen Werkstätten weiter gearbeitet wurde, trafen sich die Verantwortlichen mehrere Male, um vor allem die Frage der einzusetzenden Medien zu besprechen und zu entscheiden. Hier gilt es neue Wege zu gehen und die modernen Möglichkeiten zu nutzen. So sind fünf Medieninseln geplant, die mehrsprachig in Wort und Schrift die Inszenierungen erläutern.
Vorgesehen sind Tafeltexte, bewegliche Kurzinformationen, Digitalbilderrahmen und der Einsatz von QR-Codes zur Nutzung weiterer Informationen und der Mehrsprachigkeit. Angedacht sind auch kurze Hörspiele, die passend zu den Themenbereichen mögliche Einzelschicksale erzählen.

Medieninseln

emeinsam bringen Freundeskreis-Vorsitzender Michael Schimmelpfennig, Schreiner Michael Keller und Museumsgestalter Markus Ege das Gehäuse für eine Medieninsel an Ort und Stelle. Fünf solcher Medieninseln sind geplant, die vielfältig über den jeweiligen Themenbereich informieren. Außerdem kann der Besucher dort Platz nehmen und in aller Ruhe die verschiedenen Informationsquellen studieren.

Darüber hinaus enthalten die Medieninseln auch Vitrinenbereiche, die besondere themengemäße Exponate aus Stettfeld zeigen.

Wiedereröffnung - Mit dem Audioguide durchs Römermuseum

in wesentlicher Bestandteil der Museumsneugestaltung ist ein in modernen Museen erfolgreich eingesetztes digitales Medium - ein mehrsprachiges Audioguide-System. Mit der Wiedereröffnung am 19. Juni 2016 ist nun auch das Römermuseum Stettfeld stolzer Besitzer eines solchen Systems. Allen Besuchern steht nun ein dreisprachiges Audioguide-System für die Dauerausstellung im Erdgeschoss des Römermuseums Stettfeld zur Verfügung. In Deutsch, Französisch und Englisch können Besucher detaillierte Informationen an den neuen Themeninseln und den thematisch dazugehörigen originalen Exponaten mit Hilfe von QR-codes (dazu bitte Abbildung, QR = Quick Response) abrufen.

Ein solcher 2-dim Code kann mit einer entsprechenden App z.B. mit Ihrem Apple iPhone/iPad, Samsung Galaxy oder einem anderen mobilen Gerät gescannt und die dazugehörige Sprachdatei abgespielt werden. Der Museumsbesucher bringt hierzu sein ihm vertrautes Gerät (z.B. ein Smartphone) einfach selbst mit und kann das neue digitale Angebot im Museum kostenlos nutzen. Der Zugriff auf die themenbezogenen Sprachdateien in der jeweiligen Sprache erfolgt über die Webseite des Römermuseums Stettfeld mittels UMTS oder über das neue museumseigene WLAN. Beim Scannen der an den Themeninseln angebrachten QR-codes gelangt der Besucher automatisch zur dazugehörigen Audiodatei (MP3-Datei).

Die Gesamtlaufzeit der 6 Sprachdateien variiert - je nach Sprache - zwischen ca. 14 - 16 Minuten. Darüber hinaus enthalten die Medieninseln auch Vitrinenbereiche, die besondere themengemäße Exponate aus Stettfeld zeigen.

Facelifting für das Vorzeigestück - Neugestaltetes Römermuseum wiedereröffnet

ach 30 Jahren sei das Inventar des Museums „keineswegs schlecht geworden oder unpfleglich behandelt worden“, so Bürgermeister Tony Löffler in seiner Begrüßungsansprache anlässlich der Wiedereröffnung des Stettfelder Römermuseums nach mehrmonatiger Umgestaltungsphase. Es habe eines „Faceliftings“ bedurft, und gelungen sei „etwas ganz Tolles“. Mit der Umgestaltung sei „ein mutiger, wichtiger und moderner, zukunftsweisender Akzent“ gesetzt worden. „Ein Vorzeigestück, das noch besser ist, als ich mir anfangsvorstellen konnte.“ Löffler dankte dem Freundeskreis Römermuseum für „den enormen Beitrag und die beherzte Umsetzung, die mit viel Herzblut erfolgt ist“.
Peter Knötzele, Archäologe und Experte für die antike Vergangenheit Stettfelds, erläuterte den rund 150 geladenen Gästen, darunter Eckart Köhne, Direktor des Badischen Landesmuseums Karlsruhe und Präsident des Deutschen Museumsbundes, was das römische Stettfeld so bedeutend macht. Neben der Lage an einer wichtigen Wegekreuzung sei vor allem die Gesamtheit der Ausgrabungen mit vielen „kleinen Beobachtungen“ wichtig, „die es erlauben, ein lebendiges Bild vom römischen Stettfeld zu entwerfen.“ Nachgewiesen seien eine Leimsiederei, eine Gerberei, eine Beinschnitzerei und natürlich „der ausgedehnte Töpferei- und Ziegeleibetrieb außerhalb der Siedlung.“ Das ergrabene Gräberfeld sei eines der „größten modern untersuchten römischen Gräberfelder in Baden-Württemberg.“
Um auch im Museum ein „lebendiges Bild“ zu ermöglichen, orientierte man sich am Römermuseum in Güglingen, dessen Leiter, Enrico De Gennaro, die Ausrichtung mit „sehr haptisch, Liebe zu natürlichen Materialien, 3-D-Gestaltungund Darstellung der Fundkomplexe in seiner Ensemblehaftigkeit“ zusammenfasste.

Markus Ege, Museumsgestalter aus Stuttgart, zeigte mit begeisterten Worten auf, was „Stettfeld heraushebt aus dem Kreis der meisten sonstigen römischen Präsentationen.“ Es sei das „Gräberfeld, in dem einem plötzlich die Menschen nahekommen.“ Zur Gesamtkonzeption sagte er: „Hier wird dem Tod das Leben zugesellt, bewegen sich Menschen in den die beengten Museumsgrenzen sprengenden, gemalten Perspektiven, tummeln sich Menschen auf den Straßen, ein Hausierer mit Kraxe auf dem Rücken verkauft das wunderschöne, in den Stettfelder Gräbern gefundene Glas. Ein Bauer mit Ochsengespann und ein vor überschwänglicher Lebensfreude berstendes Kind rücklings auf dem Wagen.“

„Es war fantastisch!“, lobte Michael Schimmelpfennig, Vorsitzender des Freundeskreises Römermuseum die Zusammenarbeit der „großen Drei“, Knötzele, De Gennaro und Ege, sowie der beteiligten Handwerksbetriebe. Zur Finanzierung erläuterte er, dass neben der Hälfte der Kosten, die die Gemeinde übernommen habe, die andere Hälfte sich aus Eigenkapital des Vereins, aus Zuschüssen der Gisela-und-Reinhold-Häcker-Stiftung, der Stiftung des langjährigen Redaktionsleiters der Bruchsaler Rundschau, Bertold Moos, sowie Einzelspenden zusammensetzt. Am Sonntag erlebten 250 von der neuen Ausrichtung begeisterte Besucher beim Tag der offenen Tür die bekannten Exponate in völlig neuartigen Perspektiven. (Quelle: BNN, Petra Steinmann-Plücker)