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Facelifting für das Vorzeigestück - Neugestaltetes Römermuseum wiedereröffnet

ach 30 Jahren sei das Inventar des Museums „keineswegs schlecht geworden oder unpfleglich behandelt worden“, so Bürgermeister Tony Löffler in seiner Begrüßungsansprache anlässlich der Wiedereröffnung des Stettfelder Römermuseums nach mehrmonatiger Umgestaltungsphase. Es habe eines „Faceliftings“ bedurft, und gelungen sei „etwas ganz Tolles“. Mit der Umgestaltung sei „ein mutiger, wichtiger und moderner, zukunftsweisender Akzent“ gesetzt worden. „Ein Vorzeigestück, das noch besser ist, als ich mir anfangsvorstellen konnte.“ Löffler dankte dem Freundeskreis Römermuseum für „den enormen Beitrag und die beherzte Umsetzung, die mit viel Herzblut erfolgt ist“.

Peter Knötzele, Archäologe und Experte für die antike Vergangenheit Stettfelds, erläuterte den rund 150 geladenen Gästen, darunter Eckart Köhne, Direktor des Badischen Landesmuseums Karlsruhe und Präsident des Deutschen Museumsbundes, was das römische Stettfeld so bedeutend macht. Neben der Lage an einer wichtigen Wegekreuzung sei vor allem die Gesamtheit der Ausgrabungen mit vielen „kleinen Beobachtungen“ wichtig, „die es erlauben, ein lebendiges Bild vom römischen Stettfeld zu entwerfen.“ Nachgewiesen seien eine Leimsiederei, eine Gerberei, eine Beinschnitzerei und natürlich „der ausgedehnte Töpferei- und Ziegeleibetrieb außerhalb der Siedlung.“ Das ergrabene Gräberfeld sei eines der „größten modern untersuchten römischen Gräberfelder in Baden-Württemberg.“

Um auch im Museum ein „lebendiges Bild“ zu ermöglichen, orientierte man sich am Römermuseum in Güglingen, dessen Leiter, Enrico De Gennaro, die Ausrichtung mit „sehr haptisch, Liebe zu natürlichen Materialien, 3-D-Gestaltungund Darstellung der Fundkomplexe in seiner Ensemblehaftigkeit“ zusammenfasste.

Markus Ege, Museumsgestalter aus Stuttgart, zeigte mit begeisterten Worten auf, was „Stettfeld heraushebt aus dem Kreis der meisten sonstigen römischen Präsentationen.“ Es sei das „Gräberfeld, in dem einem plötzlich die Menschen nahekommen.“ Zur Gesamtkonzeption sagte er: „Hier wird dem Tod das Leben zugesellt, bewegen sich Menschen in den die beengten Museumsgrenzen sprengenden, gemalten Perspektiven, tummeln sich Menschen auf den Straßen, ein Hausierer mit Kraxe auf dem Rücken verkauft das wunderschöne, in den Stettfelder Gräbern gefundene Glas. Ein Bauer mit Ochsengespann und ein vor überschwänglicher Lebensfreude berstendes Kind rücklings auf dem Wagen.“

„Es war fantastisch!“, lobte Michael Schimmelpfennig, Vorsitzender des Freundeskreises Römermuseum die Zusammenarbeit der „großen Drei“, Knötzele, De Gennaro und Ege, sowie der beteiligten Handwerksbetriebe. Zur Finanzierung erläuterte er, dass neben der Hälfte der Kosten, die die Gemeinde übernommen habe, die andere Hälfte sich aus Eigenkapital des Vereins, aus Zuschüssen der Gisela-und-Reinhold-Häcker-Stiftung, der Stiftung des langjährigen Redaktionsleiters der Bruchsaler Rundschau, Bertold Moos, sowie Einzelspenden zusammensetzt. Am Sonntag erlebten 250 von der neuen Ausrichtung begeisterte Besucher beim Tag der offenen Tür die bekannten Exponate in völlig neuartigen Perspektiven. (Quelle: BNN, Petra Steinmann-Plücker)