Stettfelder Abendvorträge 2023

Dieser Seite entnehmen Sie bitte die Berichte der Stettfelder Abendvorträge 2023.

Ausgrabungen im alten Ninive (Mosul/Irak) - Archäologie in einer verwüsteten Stadt

Nachdem die Truppen des sog. Islamischen Staates (IS) im Sommer des Jahres 2014 die nordirakische Stadt Mosul erobert hatten, sprengten sie die berühmte Moschee mit dem Grab des Propheten Jonas. Dabei kamen die Ruinen eines riesigen assyrischen Königspalastes zum Vorschein, der einst mitten im Stadtgebiet des antiken Ninive gelegen hatte. Bis 2017 raubte man diese Fundstätte systematisch aus.

2018 bat der irakische Staat um Hilfe bei der Schadensbegrenzung und der Rettung des zerstörten Kulturerbes. Seitdem führt ein Heidelberger Team von Assyriologen und Vorderasiatischen Archäologen Ausgrabungen im alten Ninive durch und entwickelt gemeinsam mit irakischen Kollegen und Behörden Konzepte, wie das bedeutende vor islamische Kulturerbe der Stadt Mosul gesichert, präsentiert und nachhaltig geschützt werden kann.

Stefan Maul berichtet von den schwierigen und nicht ungefährlichen Arbeiten vor Ort.

Stefan Maul studierte Assyriologie, Vorderasiatische Archäologie und Ägyptologie an der Universität Göttingen, wo er 1987 promoviert wurde. Seit 1995 ist er Professor für Assyriologie an der Universität Heidelberg. Für seine Forschungstätigkeit wurde Maul u. a. mit dem Leibniz-Forschungspreises ausgezeichnet. Er ist Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Nationalakademie Leopoldina.

Photo: Peter A. Miglus. - Es zeigt die Skulptur eines geflügelten Stieres, der in dem neuentdeckten assyrischen Königspalast gefunden wurde.